Humanitäres VölkerrechtHumanitäres Völkerrecht

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  • Darum geht es

    Auch in Kriegen müssen Grundstandards der Menschlichkeit gelten!

    Für diese Überzeugung arbeitet das Rote Kreuz seit über 150 Jahren. Und allein diese Überzeugung war der Grund dafür, dass es 1863 entstand.

    Unter Schutz stehen heute: Verwundete, kampfunfähige Soldaten, Kriegsgefangene, Zivilisten, alle Sanitätseinrichtungen und das Sanitätspersonal.

    Wichtige Regeln dazu finden sich in den vier Genfer Abkommen von 1949 und drei Zusatzprotokollen. Die erste Genfer Konvention wurde bereits  1864 auf einer internationalen Konferenz unterzeichnet:

  • Schutzzeichen

    Inhaltlich vorbereitet hat sie das 1863 gegründete Rote Kreuz.
    Seitdem gewährt das Zeichen des Roten Kreuzes Schutz gemäß den Genfer Abkommen.

    Gleichberechtigte Schutzzeichen sind der Rote Halbmond und der Rote Kristall auf weißem Grund.

     

     

  • Rotes Kreuz und Humanitäres Völkerrecht

    Rotes Kreuz und Humanitäres Völkerrecht

    • Das Rote Kreuz ist bis heute an der Fortentwicklung des Humanitären Völkerrechts beteiligt.
    • Außerdem übernimmt das Rote Kreuz gemäß den Genfer Abkommen und Zusatzprotokollen Aufgaben bei der Umsetzung des Humanitären Völkerrechts.
    • So entsendete es Rotkreuzdelegierte  auf die Kriegsschauplätze, um humanitäre Hilfe zu leisten und die Einhaltung der Genfer Konventionen zu überwachen.
    • Die ersten Rotkreuzdelegierten der Weltgeschichte waren der Schweizer Arzt Dr. Louis Appia und der Holländer Charles van de Velde. Sie waren im Deutsch-Dänischen Krieg eingesetzt. Auf den Düppeler Schanzen wurde ihnen ein Gedenkstein gesetzt.
  • DRK in Schleswig-Holstein

    Das Rote Kreuz sorgt weltweit dafür, dass jeder die Grundbestimmungen des Humanitären Völkerrechts kennt. Dies ist eine wichtige Aufgabe. Sie steht in den Satzungen aller Rotkreuzvereine.

    Die Fachleute dafür sind die ehrenamtlichen Konventionsbeauftragten. Sie informieren die Bevölkerung über Inhalte und Bedeutung des Humanitären Völkerrechts und die Grundsätze und Ideale der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung. Das Aufgabenfeld der Konventionsbeauftragten ist die Verbreitungsarbeit.

    Aus den Genfer Konventionen und dem Rotkreuzrecht ergibt sich die besondere Stellung der Nationalen Rotkreuzgesellschaften. Sie müssen sowohl vom Internationalen Roten Kreuz als auch vom jeweiligen Staat anerkannt sein.

    Die besondere Rolle des Deutschen Roten Kreuzes als Hilfsorganisation der deutschen Behörden ist im DRK-Gesetz beschrieben.

  • Entwicklung des humanitären Völkerrechts

    Die internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung wurde vor über 150 Jahren ins Leben gerufen. Ihren Auftrag gab sie sich selbst: Sicherstellen, dass Kriegsopfer nicht ihrem Schicksal überlassen werden, sondern den größtmöglichen Schutz bekommen. Der Weg dahin führte über internationale Abkommen. Das erste zu nennende ist die „Konvention über die Verbesserung des Loses der verwundeten Soldaten der Armeen im Felde“. Das Abkommen wurde am 22. August 1864 in Genf unterzeichnet und ist unter der Bezeichnung Erste Genfer Konvention bekannt. Das Rote Kreuz hatte die Idee dazu und brachte damals die Vertragspartner an einen Tisch.
    Die Geschichte des Roten Kreuzes und seines Auftrags beginnt mit Henry Dunant und seinen erschütternden Erlebnissen bei der Schlacht von Solferino im Jahr 1859.
    Er war Ideengeber und einer der Gründungsväter der Rotkreuzbewegung. Im Jahr 1901 erhielt Dunant für sein Lebenswerk den Friedensnobelpreis. Es war der erste Friedensnobelpreis, der vergeben wurde.

    Hier finden Sie einen schnellen Überblick über "das Deutsche Rote Kreuz von den Anfängen bis heute".

  • Schutzzeichen

    Das Rote Kreuz auf weißem Grund ist seit Verabschiedung der Genfer Konvention (1864) das international geltende Schutzzeichen.  Bei der ersten Neufassung des Abkommens  (1929) wurde der Rote Halbmond auf weißem Grund als zweites, gleichberechtigtes Schutzzeichen eingeführt. Seit 2005  ist zusätzlich der  Rote Kristall, ein auf der Spitze stehendes Quadrat auf weißem Grund, als Schutzzeichen anerkannt.
    Die Schutzzeichen dürfen nicht missbraucht werden. Missbrauch schwächt ihre Wirksamkeit.
    Deshalb ist der Missbrauch der Schutzzeichen strafbar und wird verfolgt.
    Die Unterrichtung Rotkreuzmitarbeiter und der Bevölkerung über die Bedeutung der Schutzzeichen ist eines von vielen Themen der  Verbreitungsarbeit und gehört zu den Aufgaben des Landeskonventionsbeauftragten und der Kreiskonventionsbeauftragten.

  • Verbreitungsarbeit

    Was ist Verbreitungsarbeit?

    Die Verbreitung der Kenntnisse des Humanitären Völkerrechts wird im Roten Kreuz als Verbreitungsarbeit bezeichnet. Verbreitungsarbeit ist eine satzungsgemäße Aufgabe aller Rotkreuzvereine.
    In der Satzung des DRK-Landesverbandes Schleswig-Holstein wird sie als Aufgabe so definiert:
    “Verbreitung der Kenntnis des Humanitären Völkerrechts sowie der Grundsätze und Ideale der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung“.

  • Warum Verbreitungsarbeit?

    Menschen zu überzeugen und für die gute Sache des Roten Kreuzes zu gewinnen, darin war Rotkreuzgründungsvater Henry Dunant ein Meister. Er reiste durch Europa und seine Gesprächspartner teilten seine Ideen für mehr Humanität im Kriegsfall.

    Einen schnellen Überblick über die Geburt der Rotkreuzidee und den Anteil, den Henry Dunant daran hatte, bietet die Bildergeschichte "Die Geburt der Idee - Aus Liebe zum Menschen".
    Eine wichtige Voraussetzung für die Verabschiedung der ersten Genfer Konvention am 22. August 1864. Diese internationale Vereinbarung steht am Beginn der Entwicklung des modernen Humanitären Völkerrechts.
    Heute gilt es, die Errungenschaften des Humanitären Völkerrechtes zu bewahren.

    Dazu muss möglichst jeder darüber Bescheid wissen, nicht nur die Fachleute.
    Es geht darum, hinzuschauen und nicht wegzusehen. Zum Beispiel bei der Hilfe für Flüchtlinge.

    Und es geht darum, beurteilen zu können was richtig und was falsch ist, was gesetzlich und was kriminell.
    Und ja, jeder kann und soll etwas tun, um die Welt besser und freundlicher zu machen! Es ist unsere gemeinsame Verantwortung.

  • Die Konventionsbeauftragten

    Aufgaben

    Beratung der Rotkreuzgremien und der Rotkreuzgemeinschaften, Vorträge, Organisation von öffentlichen und internen Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit, Kontaktpflege. Ausbildung der aktiven Rotkreuzmitglieder und der Bevölkerung zu folgenden Themen:

    Landeskonventionsbeauftragter des DRK-Landesverbandes Schleswig-Holstein

    Henning Thomsen wurde vom Präsidium in das Amt bestellt und ist ehrenamtlich tätig. Seine Aufgaben verwirklicht er in engem Kontakt mit den Konventionsbeauftragten der Kreisverbände. Für sie richtet er zweimal jährlich eine eintägige Tagung mit fachkundigen Referenten aus, berät und stellt Materialien zur Verfügung.

    Henning Thomsen
    Telefon: +49 (0)431 5707-0
    E-Mail senden

    Konventionsbeauftragte der DRK-Kreisverbände

    Die Kreiskonventionsbeauftragten beraten die Gremien ihres DRK-Kreisverbandes in einschlägigen Fragen. Sie erfüllen die oben genannten Aufgaben und leisten damit Basisarbeit für die Verwirklichung einer solidarischen, nicht-diskriminierenden und gewaltfreien Gesellschaft.

  • So funktioniert Verbreitungsarbeit
    • Je nach Zielgruppe und Anforderung werden Vorträge, Diskussionsveranstaltungen, Schulungen oder die Mitwirkung an Projekttage angeboten. Immer in enger Absprache mit den Veranstaltern.
    • Für neue ehren- und hauptamtliche Rotkreuzmitarbeiter gibt es das Rotkreuz-Einführungsseminar. Hier werden u.a. Kenntnisse über die Rotkreuzideale, Rotkreuzgrundsätze und das Humanitäre Völkerrecht vermittelt und zu aktuellen Ereignissen in Bezug gesetzt.
    • In den Schulungen für Führungskräfte der Rotkreuzbereitschaften  werden Kenntnisse zu den Rotkreuzidealen, Rotkreuzgrundsätzen und zum Humanitären Völkerrecht vertieft vermittelt. Rotkreuz-Führungskräfte sind wichtige Multiplikatoren für diese Themen und tragen sie an die Mitglieder der von ihnen geführten Gruppen heran.
    • Pädagogische Arbeit des Jugendrotkreuzes

      Das Jugendrotkreuz (JRK) ist der anerkannte Jugendverband des Deutschen Roten Kreuzes. In den Gruppenstunden wird aktive Verbreitungsarbeit in altersgemäßer Form betrieben. Die Jugendgruppenleiter sind entsprechend ausgebildet. Die Kenntnisse werden von ihnen in spielerischer Weise vermittelt. Zum Beispiel bei den JRK-Landeswettbewerben können die jungen Teilnehmer mit diesem Wissen punkten. Eine zusätzliche Motivation, es sich anzueignen.
      Veranstaltungen zum Weltrotkreuztag, jedes Jahr am 08. Mai und im Rahmen der jährlichen Treffen am Rotkreuzgedenkstein in  Düppel (immer am 22. August) sind Beispiele für Anlässe, auf die Bedeutung des Humanitären Völkerrechts hinzuweisen. Dies geschieht mit Pressemitteilungen, aber auch im Rahmen von Podiumsdiskussionen und Ausstellungen.

    • Landesverbandspräsident Kramer spricht am Rotkreuzgedenkstein in Düppel über die Bedeutung des humanitären Völkerrechts und gedenkt der ersten Rotkreuzdelegierten der Weltgeschichte, Dr. Louis Appia und Hauptmann Charles van de Velde.

      Podiumsdiskussion zum Humanitären Völkerrecht im August 2014 in Sonderburg mit deutschen und dänischen Rotkreuzexperten

      Viel beachtet wird auch die Arbeit der Rotkreuzmuseen.

      Der Einsatz freiwilliger Rotkreuzhelfer zur Versorgung von Kriegsopfern und die Gründung von Rotkreuzvereinen waren zentrale Forderungen, die von den Vätern des Roten Kreuzes vor über 150 Jahren aufgestellt wurden. Damit sollte die praktische Umsetzung humanitärer Aufgaben sichergestellt werden. Die Rotkreuzmuseen – in Schleswig-Holstein das Museum für Rotkreuzgeschichte in Pinneberg -  zeichnen diesen Weg mit ihren Exponaten anschaulich nach.

      Die Rotkreuzmuseen unterstützen mit ihren festen Ausstellungen und Wander-Ausstellungen bei Rotkreuzveranstalten die Vermittlung der Rotkreuzgrundsätze und des Humanitären Völkerrechts aktiv und auf unterhaltsame Art.
      Sie regen zur Beschäftigung mit den Wurzeln des Roten Kreuzes an und zeugen von der anhaltenden Bereitschaft der Menschen, sich ehrenamtlich im Roten Kreuz zu engagieren.